Zum Lesen empfohlen...
Her finder du nogle af de forskellige bogtips, Ulrich Frost fra tid til anden gav i 'Meddelelser', mens han var Fachberater DaF i Danmark.
Faglig inspiration
George Tabori: Autodafé - Erinnerungen.(Wagenbach-Verlag, Berlin 2002)
Ein dünnes Buch nehmen Sie in die Hand (es bietet knapp hundert Seiten), aber welches Gewicht haben die Erinnerungen! George Tabori, heimatloser Schriftsteller, verfolgt von den Nazis, fast alle Verwandten sind ins Gas geschickt worden, erinnert Stationen seines Lebens.
Schon die Geburt verläuft sonderbar. Der Junge George hört die Geschichte, daß er eigentlich nicht geboren werden wollte. Der Hausarzt, ein Dr. Wehmut, bringt die werdende Mutter zum Lachen. Als sich schon der Geburtsvorgang abzeichnet, stürzt die Großmutter ins Zimmer und mahnt ihre Tochter, noch ein Weilchen zu warten: "mach es zu einem Sonntagskind". Tabori: "Also zog ich mich wieder zurück, bis es Sonntag war."
Schauplätze des Buches "Autodafé" sind die Kindheitsjahre in Budapest, das Begräbnis des Bruders in London, Lehrjahre in einem Berliner Hotel. Die Nazischläger machen von sich reden, wollen bedient werden, ohne zu bezahlen. Herr Kretschmar, Besitzer des Cafes, wirft sie mit lautem Gebrüll hinaus. Die SA-Herren gingen. Für Tabori war es die erste Lektion in Sachen Widerstand. Als der Reichstag Ende Februar 1933 brannte, war es für ihn Zeit, aus Deutschland zu verschwinden.
Eine Erinnerung voller Witz und Melancholie. Das Buch ist zwar auf Englisch geschrieben, aber nur auf Deutsch erschienen.
Peter Merseburger: Willy Brandt 1913-1992. Visionär und Realist. (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart und München 2002)
Wenn Sie an der Zeitgeschichte interessiert sind und politische Biographien schätzen, nehmen Sie Peter Merseburgers Buch über "Willy Brandt" in die Hand. Der ehemalige Fernsehjournalist hat eine umfangreiche Arbeit vorgelegt, die Ihnen einige Lesezeit abverlangt. Sie werden dabei entschädigt und geraten mit einer deutschen Persönlichkeit in Kontakt, die in die Emigration gegangen war, dann ins nach 1945 ins zerstörte Berlin zurückkehrte, sich wieder einbürgern ließ, Berliner Bürgermeister wurde und im Nachkriegsdeutschland vor allem durch die Ostpolitik Bewegung in den Kalten Krieg brachte. Mit Brandt als deutschem Kanzler sprach es sich in Europa herum., daß Begriffe wie "Deutschland" und "Frieden" miteinander versöhnt werden konnten.
Günter de Bruyn: Unter den Linden. (Siedler, Berlin 2002)
Keine deutsche Stadt steht so hoch im Kurs bei den Dänen wie Berlin. Die Berliner Gegenwart ist lockend genug, aber ein Spaziergang durch die Berliner Vergangenheit nicht minder. Alle Besucher drängt es zum Brandenburger Tor und von dort geht es zur Hauptstadtmeile "Unter den Linden".
Sie schlendern über das Pflaster, schauen sich die Gebäude an und stellen fest, es gibt in Berlin doch noch historische Reste. Welche Geschichte diese Straße mit ihren Häusern repräsentiert, erfahren Sie in dem schönen Buch "Unter den Linden" von Gunter de Bruyn. Sie bummeln dort mit Heinrich Heine über die Prachtstraße und blicken mit ihm aus den Hörsälen der Berliner Universität. Reizende Berlinerinnen nahmen ihn mehr in Anspruch als die Vorlesungen.
Dem Leser öffnet sich eine preußische Bildungsgeschichte. De Bruyn erzählt fesselnd, niemals langatmig. Schlendern Sie beim nächsten Berlinaufenthalt mit dem Wissen dieses Buches über die "Linden" - und geben sie es weiter. Andere werden Augen machen.
Martin Doerry: Mein verwundetes Herz. Das Leben der Lilli Jahn 1900 - 1944. (Deutsche Verlagsanstalt, München 2002)
Was Kartons aus dem Nachlaß Verstorbener für Funde darstellen können! Da gibt es einen Briefwechsel zwischen einer von der Gestapo inhaftierten fünffachen Mutter mit ihren Kindern. "Alles, alles interessiert mich, an allem nehme ich Anteil", schreibt die Mutter ihren Kindern, tröstet sie und gibt Anweisungen, wie sie das Weihnachtsfest gestalten sollen. Es ist die Geschichte einer Jüdin, Lilli Jahn, promovierte Ärztin, verheiratet mit einem Nichtjuden. Das Ehepaar wohnt in einer hessischen Kleinstadt, betreibt gemeinsam eine Arztpraxis. Hitlers Politik macht Lilli das Leben schwer. Sie muß ihre Praxis aufgeben, ihr wird der Doktortitel abgesprochen, sie wird aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Dazu kommt dann noch eine Ehekrise. Der Mann läßt sich scheiden. Die Gestapo findet Gründe, sie zu verhaften. Ihre Leidensgeschichte endet in Auschwitz. Ein Enkel der Lilli Jahn, Martin Doerry, hat ihre Geschichte aufgeschrieben.
Ralf Rothmann: Milch und Kohle. (Frankfurt 2000)
Auf diesen Erzähler sollten Sie, wenn Sie ihn noch nicht kennen, aufmerksam werden. Die öffentliche Wertschätzung - ausgedrückt in Form von Preisen - nimmt stetig zu. In dem Buch "Milch und Kohle" führt Rothmann die Leser in die Zeit der sechziger Jahre zurück. Er erzählt von der Kindheit im Ruhrgebiet. Das war ein Leben jenseits der Armut zwar, aber voller Bedrängnisse. Der Erzähler ist aus Amerika zurückgekommen, um die verstorbene Mutter zu begraben. Es kommen die Erinnerungen an beklemmende Jugendtage: der Vater verletzt sich bei einem Grubenunglück, die Mutter verliebt sich in einen italienischen Arbeitskollegen ihres Mannes, der Bruder hat einen epileptischen Anfall mit verheerenden Folgen … Was auffällt, ist die Genauigkeit, mit der eine Zeit wiederersteht. Nichts fehlt an der Kulisse der sechziger Jahre, die Farben, Alltagsgegenstände, Kleider, Musik. Schauen Sie sich einmal diesen vergangenen Ruhrpott an. Sie werden staunen, was er bietet.

Udskriv…
Hjælp til udskrift
Om…
Nyhedsbrev
Sitemap
Teknik
Skriv til
RSS
Søg

